Antigua und Barbuda


Antigua und Barbuda
An|ti|gua und Bar|bu|da; - - -s:
Inselstaat im Karibischen Meer.

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Antigua und Barbuda
 
 
 
Fläche: 442 km2
 
Einwohner: (2000) 68 000
 
Hauptstadt: Saint John's
 
Amtssprache: Englisch
 
 
Währung: 1 Ostkaribischer Dollar (EC$) = 100 Cents
 
Zeitzone: 700 Saint John's = 1200 MEZ
 
[æn'tiːgə - bɑː'buːdə], (amtlich englisch Antigua and Barbuda), ostkarib. Inselstaat der Leeward Islands in den Kleinen Antillen, 442 km2, (2000) 68 000 Einwohner, Hauptstadt ist Saint John's auf Antigua; Amtssprache ist Englisch, Umgangssprache ein auf dem Englischen basierendes Kreolisch. Währung: Ostkarib. Dollar, englisch East Caribbean Dollar (EC$) = 100 Cents. Zeitzone: Atlantikzeit, englisch Atlantic Standard Time.
 
 Staat und Recht:
 
 
Nach der Verfassung vom 1. 11. 1981 ist Antigua und Barbuda eine konstitutionelle Monarchie im Commonwealth of Nations. Staatsoberhaupt ist der britische Monarch (derzeit Elisabeth II.), vertreten durch einen einheimischen Generalgouverneur Das Zweikammerparlament besteht aus Senat und dem auf 5 Jahre gewählten Repräsentantenhaus mit jeweils 17 Mitgliedern. Die Senatoren werden vom Generalgouverneur ernannt, der auch den Premierminister beruft beziehungsweise entlässt.
 
Parteien:
 
Stärkste Partei ist die Antigua Labour Party (ALP), als wichtigste Oppositionspartei zählt die United Progressive Party (UPP); die Barbuda People's Movement (BPM) strebt die Selbstständigkeit Barbudas an.
 
 
Einflussreichste Verbände sind die Antigua Trades and Labour Union (ATLU) und die Antigua Worker's Union (AWU) mit jeweils etwa 10 000 Mitgliedern.
 
 
Das Wappen vom 9. 2. 1967 zeigt den Sockel einer Windmühle zur Erinnerung an die früher wichtigen Zuckerrohrpressen. Die Schildhalter beziehen sich auf das Hirschjagdgehege auf Barbuda und halten ein Zuckerrohr und eine Agavenpflanze (Agave americana). Die Ananasfrucht auf dem Helm ist von roten Hibiskusblüten umrahmt. Wahlspruch: Wenn jeder sich anstrengt, haben alle Erfolg.
 
Nationalfeiertage:
 
Der 1. 11. zur Erinnerung an die Erlangung der Unabhängigkeit 1981.
 
 
Barbuda verfügt über ein eigenes Inselparlament.
 
 
Die Justiz ist nach dem Vorbild des britischen Rechtssystems aufgebaut. Es bestehen mehrere Magistratsgerichte; Appellationsgericht ist der ostkaribische Oberste Gerichtshof in Sankta Lucia, in Verfassungsfragen der königlichen Privy Council in London.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Der Inselarchipel besteht aus Antigua (280 km2), Barbuda (160,5 km2) und Redonda (1,5 km2). Antigua baut sich im Südwestgebirge (405 m über dem Meeresspiegel) aus vulkanischem Basisgestein auf, das nach Nordosten von spättertiären Kalken überdeckt wird. Barbuda ist eine tertiäre Kalktafel, Redonda ein Fels aus Vulkangestein. Zahlreiche Korallenriffe.
 
 
Das Klima ist tropisch mit mittleren Monatstemperaturen von 24-29 ºC; mittlerer Jahresniederschlag 1 200 mm, Trockenzeit von Dezember bis April, Regenzeit von Mai bis November, ab Juli mit Wirbelstürmen.
 
 
Die Bevölkerung ist zu 89 % schwarz, 10 % gemischt, wenige Weiße.
 
 
Etwa 97 % der Bevölkerung sind Christen: die überwiegende Mehrheit (rd. 60 000) gehört der anglikanischen Kirche, eine Minderheit (rd. 14 000) der katholischen Kirche an (Bistum Saint John's-Basseterre, Suffraganbistum von Castries). Daneben sind seit den 1980er-Jahren v. a. die Pfingstkirchen und die afroamerikanische Religion der Rastafari stark im Wachsen begriffen.
 
 
Es besteht Schulpflicht vom 5. bis zum 16. Lebensjahr in Primarschulen von 6 Jahren und in Sekundarschulen von 5 (3 + 2) Jahren. Die Analphabetenquote beträgt 4 %. Die Mehrzahl der Bildungseinrichtungen wird staatlich verwaltet. Lehrer- und polytechnische Ausbildung der Tertiärstufe vermittelt das State Island College. Die Westindische Universität in Kingston (Jamaika) bietet Grundkurse zur Vorbereitung von Auslandsstudien an.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Wichtigster Wirtschaftszweig ist der Tourismus (1991: 182 000 Touristen und 250 000 Kreuzfahrtpassagiere), in dem rd. 50 % der Erwerbstätigen etwa 60 % des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften. Zahlreiche ausländische Banken betreiben auf Antigua und Barbuda Offshoregeschäfte.
 
 
Der traditionelle Zuckerrohranbau wurde 1972 eingestellt, aber seit einigen Jahren auf kleinem Niveau (1992: 4 000 t) wieder aufgenommen. Es überwiegt die Gemüse- und Obstproduktion (Mango, Limonen, Ananas, Kürbisse, Süßkartoffeln). Ein geringer Selbstversorgungsgrad erfordert hohe Nahrungsmittelimporte.
 
 
Die Fischfangflotte wurde in den letzten Jahren modernisiert (Tiefseehafen, Trawler), aber noch immer herrscht Kleinfischerei vor. Gefangen werden Korallen- und Tiefseefische sowie Garnelen. Antigua hat eine ausschließliche Wirtschaftszone von 200 sm mit Archipelstatus.
 
 
1991 wurden etwa 5 % des Bruttoinlandsprodukts durch die Verarbeitung von Agrarprodukten (Baumwolle, Zucker), Herstellung von Getränken (Rum), Möbeln und Baustoffen erwirtschaftet. Daneben gibt es Montagebetriebe für Elektroteile. Seit 1993 bestehen in einer Freihandelszone Produktionsmöglichkeiten zum Reexport.
 
 
Handelspartner sind Großbritannien und die USA (1992). Antigua hat ein chronisches Handelsbilanzdefizit (1992: 206 Mio. US-$ bei 54 Mio. US-$ an Importen).
 
Verkehr:
 
Das Straßennetz ist zu 33 % asphaltiert, der Bustransport privat organisiert. Tiefseehafen (auch für Kreuzfahrtschiffe) ist Saint John's, internationaler Flughafen der V. C. Bird Airport.
 
 
Die Insel Antigua wurde 1493 von Kolumbus entdeckt; 1628 wurde Barbuda, 1632 Antigua von englischen Siedlern kolonisiert, während Redonda unbewohnt blieb.
 
1871-1956 war das Gebiet von Antigua und Barbuda Teil der britischen Kolonie »Leeward Islands Federation«. Nach einer Periode der Neugestaltung der britischen Besitzungen in Westindien erhielten Antigua und Barbuda 1967 Autonomie (im Rahmen der Westindischen Assoziierten Staaten), 1981 staatliche Unabhängigkeit innerhalb des britischen Commonwealth. Premierminister wurde V. C. Bird von der seitdem regierenden ALP, dem 1994 sein Sohn L. Bird (ebenfalls ALP) in diesem Amt folgte.
 
 
H. Paget: Peripheral capitalism and underdevelopment in Antigua (New Brunswick, N. J., 1985);
 B. Dyde: A. and Barbuda. The heart of the Caribbean (London u. a. 1986);
 R.-O. Schultze: A. u. Barbuda, in: Hb. der Dritten Welt, hg. v. D. Nohlen u. a., Bd. 3 (31992);
 M. Lazarus-Black: Legitimate acts and illegal encounters. Law and society in Barbuda and Antigua (Washington, D. C., 1994).

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An|ti|gua und Bar|bu|da; - - -s: Inselstaat im Karibischen Meer.

Universal-Lexikon. 2012.

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